Die Virginia Theatre Wurlitzer als Version II

Der virtuelle Hufeisen-Spieltisch der Wurlitzer op. 490 in HW2.1+.
Zusätzliche und geänderte Bedienelemente sind in der zweiten Darstellung besser erkennbar. Bild dazu anklicken.

Nach Auskunft von Brett Milan hat der Sample-Satz einen überraschen guten Verkaufserfolg - ein Anlass, das Instrument auf der Basis von Kundenwünschen gründlich zu überarbeiten. Das Update findet auf einer einzigen DVD Platz, weil der Hauptteil des Klangmaterials weiter verwendet wird. Auch Systemdateien bleiben unverändert und mit ihnen sämtliche vorherigen Einstellungen der Version 1. Das Aufspielen der neuen Fassung erfolgt dank der eingebauten Installationsroutine in HW2.1+ völlig problemlos. Spielen der Orgel in der Demo-Version von Haupwerk ist allerdings blockiert.
Zunächst fällt die deutlich besser ausbalancierte Registerverteilung auf; sie ersetzt die vorherige C/C#-Windladengliederung. Ebenfalls positiv zu vermerken sind die Inter-Rank- und Intra-Rank-Änderungen der tonalen Balance - ein Vorgang, der bei dem vorhandenen Ausmaß an Multiplexing und damit an gegenseitigen Abhängigkeiten nicht leicht zu bewerkstelligen ist. Ein ähnlich heikler Vorgang ist das Abgleich der Tremulanteinstellung für einige Ranks in den Einstellungen für Amplitude, Tonhöhenmodulation und Anteil der 3. Harmonischen. Dass verschiedene Samples noch einmal sorgfältig von Nebengeräuschen befreit wurden, macht sich in der Transparenz der Wiedergabe bemerkbar.

Unter den Änderungen bei der Registerbestückung ist zunächst der Ersatz der Austin Trumpet durch ein 16'-Tuba Horn zu nennen. Einige Streicherregister weisen nun etwas mildere Intonation auf und fügen sich besser in die unagressive Über-Alles-Charakteristik des Instruments ein. Das Solowerk wurde durch den Flügel in den Fußlagen 16', 8' und 4' erweitert; die 16'-Lage findet sich auch im Pedal und fordert zu neuem Piano-Virtuosentum auf. Ebenfalls gut als Ergänzung macht sich die neue 8'-Klarinette im Pedal.
Vielleicht weniger spektakulär aber zweifellos qualitätssteigernd ist die Umstellung aller Samples von zwei Loops auf mindestens vier Loops bei der Mehrheit der Dateien, bis zu acht Loops. Lädt man die Orgel grundsätzlich mit nur einer einzigen Loop als Standard, so soll sie nun in Rechner mit etwa 1GByte RAM zurechtkommen - 16-Bit-Format vorausgesetzt.
Gleich nach dem Laden fallen nun zwei geänderte Voreinstellungen (Defaults) auf: Statt der etwas überfrachteten Gesamtansicht des Spieltisches erscheint jetzt zuerst die besser lesbare zweite Ansicht mit den vergrößerten Registerzungen und damit besserer Lesbarkeit. Außerdem präsentiert sich die Virginia Wurly nach dem Laden in eingeschaltetem Zustand und erzeugt damit sofort Töne, wenn Register geschaltet sind. Kleinere Modifikationen bei den Effektregistern erhöhen die Spielbarkeit und Zugriffsergonomie noch einmal um ein gutes Stück. Eindrucksvoll naturgetreu, aber vielleicht ein wenig zu kräftig ist die wurlitzer-eigene Basstrommel. Die auf gesonderten Knöpfen (Traps) liegenden Effekte wie Sirene, Wind, Telefonklingeln, Brandungs und anderes werden wohl nur dann zum Einsatz kommen, wenn es um Musikuntermalung für Stummfilmzwecke geht.
Insgesamt hat die Virigina Theater Wurlitzer durch die Überarbeitung gewonnen. Wie man hört, sollen die gewonnenen Erfahrungen in ein neues dreimanuliges Instrument einfließen. Man darf gespannt sein.

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